Wie wäre es, wenn es in Frankfurt an jeder Ecke grüne Oasen des Zusammenlebens gäbe, wir von Vogelgezwitscher, Insektensummen und sauberer Luft umgeben wären? Wenn uns im Sommer kühlende Bäume und artenreiche Wasserstellen umgeben würden und wir verschiedene heimische Gemüsesorten aus gesundem Boden vor der eigenen Haustür ernten könnten?
Städtische Biodiversität – also die Vielfalt der Ökosysteme, die genetische Vielfalt sowie der Reichtum an Arten bei Tieren, Pflanzen, Pilzen und Mikroorganismen – bietet zahlreiche Chancen für unser urbanes Zusammenleben. Diese Vielfalt ist in Gefahr: Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) schätzt, dass weltweit rund eine Million Arten vom Aussterben bedroht sind. Veränderungen der Land- und Meeresnutzung, direkte Ausbeutung von Organismen, Klimaveränderungen, Verschmutzung und invasive Arten bewirken den massive Rückgang von Arten und Ökosystemen. In der Förderung städtischer Biodiversität steckt die Chance, gleichzeitig drängende Herausforderungen wie Lebensmittelsicherheit, Klimaschutz und –anpassung zusammenzudenken und miteinander zu verknüpfen.
Um dem Biodiversitätsverlust auf lokaler Ebene zu begegnen, suchen wir nach kreativen, modellhaften und wirkungsvollen Projekten, welche die urbane Biodiversität in Frankfurt erhalten und fördern. Ziel dieser Projekte soll es außerdem sein, die Bedeutung der natürlichen Vielfalt zu vermitteln und so in die Stadtgesellschaft zu wirken. 2022 riefen erstmals die Goethe-Universität, die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der Palmengarten, das Umweltdezernat der Stadt Frankfurt und die Frankfurter Sparkasse hierfür einen Ideenwettbewerb aus und luden die Stadtgesellschaft ein, sich mit ihren Beiträgen zu beteiligen.
Die zweite Runde des Wettbewerbs Biodiversität richtet BioFrankfurt aus.
Projektablauf vom Wettbewerb 2025
Bei der Preisverleihung am 27.03.2026 wurden die folgenden Shortlist-Projekte prämiert:
- Platz, dotiert mit 15.000 EURO ging an das Projekt „Bonames blüht – Sport, Grün & Vielfalt im Stadtteil„
- Platz, dotiert mit 10.000 EURO ging an das Projekt „Hell, wie die Nacht – vom artengerechten Umgang mit Kunstlicht“
- Platz, dotiert mit 5.000 EURO ging an das Projekt der „Nachbarschaftinitiative Bee Sossenheim“
Folgend ein paar Eindrücke der Preisverleihung:








Fotos von oben nach unten:
Die drei Gewinnerprojekte mit Ihren Pat:innen bei der Überreichung Ihres Gewinns durch die Stiftung der Frankfurter Sparkasse vertreten durch Dr. Sven Matthiesen (Vorstand Frankfurter Sparkasse).
Schirmherrin Tina Zapf-Rodríguez, Stadträtin und Dezernentin für Klima, Umwelt und Frauen.
Daphne Lipp, Bereichsleiterin Förderbereich der Stiftung Polytechnische Gesellschaft bei Ihrer Rede.
Durch den Abend geführt haben Dr. Katja Heubach, Direktorin des Palmengarten Frankfurts und Joachim Gottschalk, Sprecher von BioFrankfurt e.V..
Gruppenfoto mit der Schirmherrin, allen Gewinner:innen, anwesenden Pat:innen, anwesenden Jurymitgliedern, Förderern, und des Organisationsteams.
Fotos: Sven Tränkner / Senckenberg
Der Wettbewerb auf einen Blick
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Wer richtet den Wettbewerb aus?
Der Ideenwettbewerb wird von dem Netzwerk BioFrankfurt ausgerichtet, zudem derzeit 13 Mitgliedsinstitutionen aus den Bereichen Naturschutz, Wissenschaft und Bildung zählen. Unterstützt wird das Netzwerk BioFrankfurt durch das Dezernat für Klima, Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt, der Stiftung Polytechnische Gesellschaft und der Frankfurter Sparkasse.
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Worum geht es?
Ziel des Ideenwettbewerbs ist es, kleinere Ideen oder Projekte der Stadtgesellschaft zu unterstützen, die die urbane Biodiversität in Frankfurt erhalten und fördern. -
Was ist gefragt?
Gesucht werden realisierbare Projekte, die modellhaft, kreativ und wirkungsvoll die städtische Biodiversität in Frankfurt erhalten und fördern und dabei das Gemeinwohl der Stadtgesellschaft im Blick haben. Bildungsangebote zu den Projekten sollen für biologische Vielfalt begeistern. -
Welche Preise gibt es?
Die Stiftung der Frankfurter Sparkasse stellt die Preise erneut zur Verfügung. Für den 1. Platz gibt es 15.000 EUR, für Platz 2 gibt es 10.000 EUR und der 3. Platz ist mit 5.000 EUR dotiert.
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Wer wählt die Preisträger:innen aus?
Die Jury für den Ideenwettbewerb Biodiversität 2025/ 2026 besteht aus Esa Böttcher (Stiftung Polytechnische Gesellschaft), Karsten Dufft (Deutscher Olympischer Sportbund), Bernd Jenne/ Dennis Vollmer (Frankfurter Sparkasse), Alexander Kehl (Umweltamt), Dr. Valerie Köcke (Zoologische Gesellschaft Frankfurt), Dr. Julia Krohmer (Senckenberg) und Prof. Dr. Stefan Wanke (Goethe-Universität/ Senckenberg) -
Wie läuft der Wettbewerb ab?
Die Bewerbungsphase startet im September und geht bis zum 22. Oktober. Über die Gewinner:innen entscheidet eine Jury aus Vertreter:innen der beteiligten Institutionen. In einem zweistufigen Auswahlverfahren werden zunächst die vielversprechensten Projekte in eine sogenannte „Shortlist“ aufgenommen. Die ausgewählten Projekte werden daraufhin zur Ausarbeitung eines detaillierten Konzepts eingeladen. Um die Entwicklung dieser Konzepte zu unterstützen, findet im Januar 2026 ein Workshop statt, organisiert durch die beteiligten Institutionen. Die feierliche Preisverleihung der drei Siegerprojekte ist für Ende März 2026 im Palmengarten Frankfurt geplant. -
Wer kann teilnehmen?
Bewerben konnten sich Einzelpersonen ebenso wie Schulklassen, Projektgruppen oder Vereine. -
Wie kann man teilnehmen?
Die Bewerbungfrist ist abgelaufen. -
Bis wann kann man sich bewerben?
Die Bewerbungsphase ging von Anfang September bis zum 22. Oktober 2025
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Ich habe Fragen zum Wettbewerb. Wo kann ich mich hinwenden?
Die Koordination des Wettbewerbs liegt bei BioFrankfurt – Das Netzwerk für Biodiversität e.V. Melden Sie sich gerne bei Fragen unter ideen@biofrankfurt.de
Aktuelles
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15. Januar 2026
Die Shortlist des diesjährigen Ideenwettbewerbes steht fest: Sechs Projektideen für biologische Vielfalt in Frankfurt
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23. Oktober 2025
Bewerbungsphase beendet – Wir danken für zahlreiche Ideen!
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11. September 2025
MainWäldchen – Siegerprojekt 2022/23 stärkt die Biodiversität in Frankfurt
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9. September 2025
Wie die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Bildung für Biodiversität fördert
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5. September 2025
Mehr biologische Vielfalt für Frankfurt: Ideenwettbewerb geht in die nächste Runde
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4. September 2025
So läuft es ab: Zeitplan des Ideenwettberwerbs
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28. August 2025
Da geht noch was: Biodiversitätswettbewerb startet in die zweite Runde
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28. August 2025
Rückblick Ideenwettbewerb 2022/2023: Wie Frankfurt nachhaltig Artenvielfalt fördern kann
BioFrankfurt – Das Netzwerk für Biodiversität e.V.
BioFrankfurt wurde 2004 als Netzwerk gegründet. Dem Verein BioFrankfurt – Das Netzwerk für Biodiversität e.V. gehören derzeit 13 Institutionen an. Alle Mitglieder sind Teil dieses Wettbewerbs. Die unten gelisteten Partnerinstitutionen übernehmen darüber hinaus Juryaufgaben. Gemeinsam haben sich die Mitglieder zum Ziel gesetzt:
- die herausragende Bedeutung der Biodiversität und ihrer Erhaltung stärker in das Bewusstsein von Medien und Öffentlichkeit zu rücken.
- das Wissen und die Erfahrung der Einzelinstitutionen zu bündeln und durch Kooperation und Informationsaustausch einen effizienteren Erfolg zu erzielen
- das besondere Engagement in der Region Frankfurt in den Bereichen Forschung, Schutz und Bildung öffentlich stärker zu positionieren
Partner-Organisationen
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Goethe-Universität
Die Goethe-Universität ist eine forschungsstarke Hochschule in der europäischen Finanzmetropole Frankfurt. 1914 mit privaten Mitteln überwiegend jüdischer Stifter gegründet, hat sie seitdem Pionierleistungen erbracht auf den Feldern der Sozial-, Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, Medizin, Quantenphysik, Hirnforschung und Arbeitsrecht. Am 1. Januar 2008 gewann sie mit der Rückkehr zu ihren historischen Wurzeln als Stiftungsuniversität ein hohes Maß an Selbstverantwortung. Heute ist sie eine der drei größten deutschen Universitäten. Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Mainz ist die Goethe-Universität Partner der länderübergreifenden strategischen Universitätsallianz Rhein-Main.
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Zoologische Gesellschaft Frankfurt
Die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) ist eine international agierende Naturschutzorganisation mit Sitz in Frankfurt, die sich für den Schutz von Wildtieren und ihren Lebensräumen einsetzt. Die ZGF unterstützt Nationalparkbehörden und setzt sich für die Einrichtung neuer Schutzgebiete ein, wobei der Fokus auf Wildnisgebieten liegt. Sie arbeitet eng mit lokalen Partnern zusammen, um ihre Projekte in verschiedenen Regionen der Welt durchzuführen.
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Deutscher Olympischer Sportbund
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) ist die Dachorganisation des deutschen Sports. Er ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Frankfurt am Main und vertritt die Interessen mehr als 28 Millionen Mitgliedschaften in rund 86.000 Turn- und Sportvereinen.
Der DOSB bekennt sich seit vielen Jahren zum Leitbild des natur- und landschafts verträglichen Sports, welches anerkennt, dass Naturräume nicht durch sportliche Nutzungen überlastet werden dürfen. Gleichzeitig ist es die Grundposition des DOSB, dass sich nur eine Gesellschaft für Naturschutz engagieren kann, die nicht aus der Natur „ferngehalten“ wird, sondern die die Natur erlebt und „begreift“, z. B. durch Klettern, Kanufahren oder Reiten. Es liegt im Interesse und in der gesellschaftspolitischen Verantwortung des Sports, auf eine biodiversitätsfördernde Sportausübung hinzuwirken.
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Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist eine Einrichtung der Leibniz-Gemeinschaft und erforscht seit über 200 Jahren weltweit das „System Erde“ – in der Vergangenheit, der Gegenwart und mit Prognosen für die Zukunft. Wir betreiben integrative „Geobiodiversitätsforschung“ mit dem Ziel die Natur mit ihrer unendlichen Vielfalt zu verstehen, um sie als Lebensgrundlage für zukünftige Generationen zu erhalten und nachhaltig zu nutzen. Zudem vermittelt Senckenberg Forschungsergebnisse auf vielfältige Art und Weise, vor allem in den drei Naturmuseen in Frankfurt, Görlitz und Dresden. Die Senckenberg Naturmuseen sind Orte des Lernens und Staunens und sie dienen als offene Plattformen dem demokratischen Dialog – inklusiv, partizipativ und international.
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Palmengarten Frankfurt
Auf einer Fläche von rund 26 ha wird im Freiland, den teils historischen Schauhäusern des Palmengartens sowie im benachbarten Botanischen Garten eine große Vielfalt mit über 15.000 Pflanzenarten kultiviert. Themen wie Biodiversität und Nachhaltigkeit spielen nicht nur in den Vermittlungsprogrammen beider Gärten eine wesentliche Rolle, sondern werden da auch ganz praktisch gelebt und erforscht. So erlebt das Gartenpublikum auf der Insektenwiese, im insektenfreundlich gestalteten Goethe-Garten oder im Blüten- und Schmetterlingshaus hautnah das Zusammenspiel von Flora und Fauna. Diese Themenkomplexe mit interdisziplinärer Fachkompetenz zielgruppengerecht und anschaulich zu vermitteln, ist eine der Hauptaufgaben des Palmengartens, die ihn auch zum stolzen Partner des Ideenwettbewerbs macht.
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Umweltamt Frankfurt
Mehr als 30 Jahre Einsatz für Wasser, Boden und Luft: Das 1989 gegründete Umweltamt bietet eine Vielzahl von Informationen und Beratung rund um die Frankfurter Umwelt an. Zu den Aufgaben gehört die Naherholung im Frankfurter GrünGürtel, der Landschafts- und Gewässerschutz, der Betrieb des eigenen Labors, der Lärmschutz und die Luftreinhaltung sowie die Organisation der Abfallwirtschaft und Straßenreinigung. Auch wird das Umweltamt bei Bauvorhaben und der Stadtplanung mit einbezogen.
Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass die Standortqualität der Metropole Frankfurt auf Dauer nur gefestigt werden kann, wenn die natürlichen Lebensgrundlagen bewahrt, die Umwelt- und Wohnqualität verbessert und die natürlichen Ressourcen so effizient wie möglich genutzt werden.
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Stadt Frankfurt
Frankfurt am Main ist die größte Stadt Hessens und im Zentrum der Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main, Verkehrsknotenpunkt, internationaler Finanzplatz und Messestandort. Die wachsende Stadt am Fluss ist von markanten Hochhäusern geprägt und von einem grünen Gürtel umschlossen. Der Erfolg des Kampfes gegen die globalen Doppelkrisen – Klimawandel und Verlust der Biologischen Vielfalt – hängt auch vom verantwortlichen Handeln großer Städte wie Frankfurt ab. Die Stadt engagiert sich daher weit über die national und international getroffenen Vereinbarungen hinaus und richtet ihre Politik am Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2035 aus. Das Dezernat für Klima, Umwelt und Frauen ist dabei wichtigster Akteur und Vordenker. Die umweltpolitischen und planerischen Entscheidungen für ein nachhaltiges Frankfurt, der Verzicht auf Vorhaben, die zur Versiegelung des städtische Grüns beitragen, erhebliche finanzielle Investitionen in regenerative Energien und in Energieeinsparprogramme, einschneidende Maßnahmen zur Klimaanpassung sowie der Kampf um den Erhalt der Artenvielfalt stehen im Mittelpunkt der nächsten Jahre.
Förderer
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Frankfurter Sparkasse
Im Jahr 1822 gegründet ist die Frankfurter Sparkasse heute Marktführerin im Privatkundengeschäft im Rhein-Main-Gebiet. Als Teil des Helaba-Konzern bietet sie gemeinsam mit ihren Partnern der Sparkassen-Finanzgruppe sämtliche Finanzdienstleistungen für Privat-, Gewerbe- und Firmenkunden. Eng verbunden mit der Region übernimmt die Frankfurter Sparkasse gesellschaftliche Verantwortung und fördert zahlreiche Projekte und Initiativen unter anderem im wissenschaftlichen Bereich. Die Preisgelder werden von der Stiftung Frankfurter Sparkasse zur Verfügung gestellt.
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Stiftung Polytechnische Gesellschaft
Die Stiftung Polytechnische Gesellschaft engagiert sich tatkräftig für die Menschen in Frankfurt am Main. In den Bereichen Bildungslandschaft und Sprachbildung, Kulturelle Bildung, Bildung für Zivilgesellschaftliches Engagement und Nachhaltigkeit, Wissenschaft, Technik, Berufliche Bildung, Soziales, Humanitäres, Karitatives und Demokratiebildung realisieren und unterstützen wir Projekte, die die Persönlichkeitsentwicklung des Einzelnen fördern und die Teilhabe an der Gemeinschaft stärken. So leisten wir einen ganz praktischen Beitrag zu einer lebendigen und solidarischen Stadtgesellschaft – ganz nach dem Motto „Wir bauen am Wir“.